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Die Syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien PDF Drucken E-Mail
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Die Syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien

 

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Oberhaupt, Titel
Seine Heiligkeit Mor Ignatius Zakka I. Iwas, Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten und das Oberhaupt der Universal-Syrisch-Orthodoxen Kirche
Der Name der Kirche

Der Begriff „syrisch“ hat nichts mit dem in Syrien gesprochenen Arabisch zu tun, sondern steht für die Aramäer Syriens und Mesopotamiens, die den christlichen Glauben angenommen hatten. Orthodox bedeutet streng/rechtgläubig, im Sinne „an der ursprünglichen Form des Glaubens festhaltend“, d. h. die SOKvA betrachtet sich als christlich-orthodox, da sie an den Traditionen und Lehren der Urgemeinde bis heute festhält (sie sieht sich apostolischen Ursprungs). Der Zusatz „von Antiochien“ erklärt sich von selbst, denn in Antiochien nahm die Kirche ihren Ursprung durch die Gründung des ersten Bischofsitzes.

 
Anzahl der Gläubigen ca 3,5 Millionen
Anzahl der Geistlichen
(wird noch ergänzt)
Verbreitungsgebiet Naher Osten:
  • * 6 Erzdiösen in Syrien
  • * 4 Erzdiözesen im Irak
  • * 1Patriarchal-Vikariat in Israel
  • * 3 Diözesen im Libanon
  • * 2 Kirchen in Libyen  
  • * 5 Erzdiözesen in der Türkei

Rest der Welt:

  • Europa (1 Erzdiözese in Skandinavien,  je 1 Patriarchal-Vikariat in Schweden, Deutschland (Warburg), in den Niederlanden (Glane-Losser), in der Schweiz, Österreich, Belgien und Frankreich
  • Amerika (je 1 Patriarchal-Vikariat in Kanada, für die östliche und Westliche USA, in Argentinien und Brasillien
  • Ozeanien
  • 1 Patriarchal-Vikariat in Australien und Neuseeland
       Indischer Zweig:
  • Malankara Syrisch-Orthodoxe-Kirche (8 Diözesen in Kerala, eine Erzdiözese für das restliche Indien, eine Erzdiözese für die USA und Kanada)
Geschichte und Entstehung
Durch die Steinigung des Apostels Stephanus im Jahre 34. n. Chr. zerstreute sich die christliche Ur-Gemeinde in Jerusalem und die Jünger Jesu mussten flüchten. Sie gingen nach Antiochia, in die damalige Haupstadt Syriens Antiochia, in die damalige Haupstadt Syriens und die damals drittgrößte Stadt der Welt, und missionierten von dort aus. Hier wurden sie auch zum ersten Mal „Christen“ genannt (Apg. 11, 26). In den ersten Jahrhunderten gab es weitere Bischoffsitze in Alexandrien, Rom und Konstantinopel. Durch die Auslegung der Schrift kam es zu christologischen Streitigkeiten unter diesen Patriacharten. So weigerte sich Nestorius, der Patriarch von Konstantinopel, den Titel "Gottesmutter“ (Theotokos) für Maria, die Mutter Jesu, zu akzeptieren und vertrat die Meinung, dass Maria nur die Mutter des menschlichen, nicht aber des göttlichen Jesus sei (sie sei also nur eine Christotokos), d. h. er ging davon aus, dass die menschliche und göttliche Natur in Jesus zwei voneinander getrennte Wesen darstellen. Nestorius wurde 431 auf dem 3. Ökumenischen Konzil von Ephesus verdammt. Durch diese Verdammung löste sich die die nun ostsyrische Kirche von der westsyrischen (antiochenischen) Kirche ab. Die Teilung beeinflusste auch die syrische Sprache und so entwickelten sich zwei Dialekte: das West- und das Ostsyrische.
 
20 Jahre später sollte es zu einer erneuten Trennung kommen und zwar auf dem 4. Ökumenischen Konzil von Chalcedon im Jahre 451. Diesmal ging es um die sog. monophysitische Lehre des Eutyches (monophysitisch = griech., eine Natur), der die Meinung vertrat, dass Jesus Christus nur eine göttliche, jedoch keine menschliche Natur besitze. Diese Lehre wurde ebenfalls verdammt. Ein weiterer Punkt dieses Konzils waren kirchenpolitische Streitigkeiten. Ursprünglich waren die Bischofssitze in Antiochien, Alexandria, Rom und Konstantinopel gleichgestellt, aber während der Regierungszeit Kaiser Justinian I. stellt sich das Patriachart von Konstantinopel über die anderen und so wie schon Kaiser Konstantin machte sich Justinian zum Caeseropapisten, sprich zum Kaiser und Papst und war somit als weltlicher Herrscher auch oberster Richter in Glaubensfragen. Die Patriacharte von Antiochien und Alexandrien wehrten sich gegen den Aufstieg Konstantinopels und so kam es dann zur Teilung der apostolischen Bistümer in zwei Gruppen: 1) Rom und Konstantinopel und 2) Antiochien und Alexandrien und durch diese Teilung der apostolischen Bistümer kam es auch zur Trennung der antiochenischen Kirche von der Reichskirche. Mit der Ablehnung des kirchenpolitischen Beschlusses (28. Kanon des Konzils) wurde der antiochenischen Kirche gleichzeitig unterstellt, die monophysitische Lehre zu vertreten, was aber nicht der Fall war!
 

Die Ablehnung des Konzilbeschlusses führte zur Verfolgung und fast vollständigen Vernichtung der Syrischen Kirche. Bis 544 gab es nur noch drei antiochenische Bischöfe, die alle inhaftiert waren. Somit war der Untergang der antiochenischen Kirche im Grunde genommen schon vorprogrammiert, denn keine Kirche kann ohne Klerus überleben. Zu dieser Zeit gab es aber noch einige wenige Mönche und einer von diesen war Yaqub Burd‛ono (lateinisiert Baradaeus). Er bat Kaiserin Theodora (Tochter eines syrischen Priesters) um Unterstützung und so wurde er insgeheim von den damals in Konstantinopel inhaftierten Patriarchen zum Bischof geweiht, zog durchs Land und reorganisierte die Syrische Kirche. Wegen seiner ärmlichen und abgerissenen Bettlerkleidung nannte man ihn Burd‛ono (aramäisch: der in Lumpen gekleidete), sodass seine Kleidung es den Beamten des Kaisers unmöglich machte, ihn zu fassen, da sie ihn von den anderen Bettlern nicht unterscheiden konnten. Die SOK wird von der Byzantinischen Kirche (den Chalcedonensern) auch als die Jakobitische Kirche bezeichnet, was von selbiger aber abgelehnt wird, da Jakob Baradaeus nicht der Gründer der Kirche, sondern lediglich der Reorganisator der Kirche war; nichtsdestotrotz besitzt er einen sehr hohen Stellenwert in der SOKvA.

Nach der Reorganisation blieb die Syrische Kirche aber nicht verschont, es gab bereits unter den folgenden byzantinischen Kaisern Maurikius und Herakleios erneute Verfolgungen. Erst die Feldzüge des Islam setzen diesen
Verfolgungen ein Ende. So wurden die neuen islamischen Eroberer im 7. Jh. von den syrischen Christen als Befreier vom byzantinischen Joch gefeiert. Tatsächlich war der Islam in seiner Grundhaltung dem Christentum gegenüber zunächst recht tolerant eingestellt. 

Die syrischen Christen ermöglichten den muslimischen Arabern als Übersetzer theologischer, philosophischer, naturwissenschaftlicher und medizinischer Werke eine klassische Bildung und prägten ihre geistesgeschichtliche Entwicklung. Auf dem Umweg über die Araber gelangte das griechische Denken dann auch in das Abendland. So dienten die Syrer als wichtige Brücke zwischen Ost und West und leisteten einen bedeutsamen Beitrag für die Entwicklung der Menschheit in Wissenschaft, Politik und Religion, der heute oft unterschätzt wird, bzw. völlig in Vergessenheit gerät. Das Verhältnis zwischen Christen und den islamischen Herrschern war aber nicht immer positiv, was oft in den unsicheren örtlichen Verhältnissen begründet war. Anfang des 8. Jh. wurden ein Verhaltenskodex für „dhimmis“ (Nichtmuslime, Völker des Buches) erlassen, die je nach Ort, Zeit und Herrscher unterschiedlich ausgelegt und angewandt wurde (von Duldung über Diskriminierung, Ausgrenzung, Verfol­gung, Zwangsbekehrung bis hin zur Tötung).

Die Zahl der syrischen Christen verringerte sich mit dem Erstarken des Islams um ein Vielfaches. Besonders grausam wurde es im 14. Jh. unter dem Mongolenherrscher Timur Lenk, im 16. Jh. erlitten sie ein ähnliches Schicksal durch Kurden und Seldschuken und in den zum Völkermord gipfelnden Verfolgungen und Deportationen zu Beginn des 1. Weltkrieges verlor sie abermals unzählige Gläubige.

Besonders die Grausamkeiten der Jahre 1914/15 werden den Nachfahren der damals ermordeten syrisch-orthodoxen Christen heute noch durch die Umschreibung als Seyfo (syrisch: Schwert) in Erinnerung gehalten. Infolge der Aufteilung des osmanischen Reiches nach dem 1 .Weltkrieg in mehrere Staaten verteilte sich auch der patriarchale Einflussbereich auf mehrere Staaten (Türkei, Syrien, Irak, Libanon, Palästina). Nach dem 1. Weltkrieg bemühte sich die SOKvA vergeblich darum, den Status einer anerkannten Minderheit in der Türkei zu erlangen, denn sie fand im Lausanner Vertrag von 1923 keine Berücksichtigung und verlegte daher ihren Sitz 1924 vom Kloster Za‛faran in der Südosttürkei (wo er sich seit 1293 befand) nach Homs in Syrien und 1959 endgültig nach Damaskus.

Liturgie

Die Liturgie hat sich in den Klöstern entwickelt und gilt als gefeierter Glaube. Liturgiesprache ist Syro-Aramäisch, ein Dialekt ähnlich dem von Jesus und seinen Jünger gesprochenen Aramäisch. 

Die SOKvA benutzt u. a. liturgische Werke in außerordentlich poetischer Form von Mor Efrem, Mor Yakob von Sarug, Mor Philoxenos von Mabbug, Mor Balay u. a. In der SOKvA wird nahezu alles gesungen, wobei sich dabei mindestens zwei Chöre abwechseln. Die Eucharistiefeier ist in zwei Abschnitte unterteilt: Wortgottesdienst und Heilige Messe. Die SOKvA hat sieben Stundengebete (Vgl. Psalm 119, Vers 164): am Morgen die slutho d-safro (Laudes), am Vormittag die slutho datloth sho‛in (Terz), am Mittag die slutho tahro (Sext), am Nachmittag die slutho datsho‛sho‛in (Non), am Abend die slutho dramsho (Vesper), die slutho sutoro vor dem Schlafengehen (Komplet) und um Mitternacht die slutho d-falge d-lalyo (Matutin).
Theologie
Die SOK akzeptiert lediglich die ersten drei Heiligen Ökumenischen Konzile von Nicäa (325), Konstantinopel (381) und Ephesos (431).

Sie glaubt unter anderem.:

- dass Gott, eine in drei verschiedenen Personen ist: Vater, Sohn und Heiliger Geist

- dass Jesus ganz Gott ist und zu derselben Zeit ganz Mensch ist ohne Vermischung, Vereinigung oder anderweitige Veränderung

- dass Jesus gekreuzigt wurde, starb und begraben wurde und bei all diesem die Göttlichkeit weder von seiner Seele, noch seinem Leib wich

- dass der Heilige Geist vom Vater allein ausgeht

Sie besitzt sieben Sakramente (rose qadishe), wobei Taufe und Firmung zusammenfallen.

Kalender

Der Liturgische Kalender der SOKvA beginnt mit der Konsekration am letzten Sonntag im Oktober bzw. ersten Sonntag im November

(qudosh ‛ito). 


Die Tage und Wochen des Jahres sind so geordnet, dass die Gläubigen die Einheit des AT und NT erkennen können. Die heiligen Schriften sind in Kapitel aufgeteilt und legen für das ganze Kirchenjahr bestimmte Lesungen fest. Besonders hervorgehoben werden die Feste, die mit Jesus im Zusammenhang stehen, sie werden
‛ethe moronoye genannt (z. B. Geburt. Taufe, Kreuzigung, Auferstehung etc.). 

Weihnachten wird in der SOKvA am 25. Dezember gefeiert! Das Datum für Ostern wurde 325 n. Chr. auf der Synode von Nicäa festgelegt und soll am Sonntag nach dem Vollmond der Frühlings-tagundnachtgleiche stattfinden.
   

 

   © 2007 www.katholisch-orthodoxe-freundschaft.de 
 
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