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Die Römisch-katholische Kirche (lateinischer Ritus) |
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Die Römisch-katholische Kirche (lateinischer Ritus)
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Oberhaupt, Titel
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Seine
Heiligkeit Papst Benedikt XVI,
Bischof von Rom, Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des
Apostelfürsten, Oberster Priester der Weltkirche, Primas von Italien,
Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom, Souverän des Staates
der Vatikanstadt, Diener der Diener Gottes
Neben dieser
offiziellen Titulatur wird der Papst auch als "Pontifex Maximus"
(Oberster Brückenbauer) und "Bischof der katholischen Kirche"
(seltener) bezeichnet.
In seiner Unterschrift führt der Papst das Signum PP., welches für
"Pastor Pastorum"(Hirt der Hirten) steht.
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Anzahl der Gläubigen
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ca.
1,2 Milliarden |
Anzahl der Geistlichen
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knapp 5000 Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe, ca. 406.000 Priester |
| Verbreitungsgebiet |
- Ganz Nordafrika, weite Teile
Mittel- und Südamerikas, Kanada
- West-, Mittel-, und Südeuropa
- einige afrikanische Länder
- In Asien auf folgende Länder
beschränkt: Phillipinen, Osttimor, Macau, Palau und Südkorea.
- In
China besteht außerdem eine romtreue Untergrundkirche, die sich
weigert, der regimetreuen, von Rom nicht anerkannten, Kirche
beizutreten. Ähnliches gilt für Nordkorea, wo die katholische Kirche
mit massiven Verfolgungen zu kämpfen hat.
- weltweit gibt es insgesamt 3053
bestehende Bistümer, außerdem 2185 Titularbistümer
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| Geschichte und Entstehung |
Gemäß
dem Bibelwort in Matthäus 16,18-19
versteht sich die katholische Kirche als von Christus selbst auf dem
Fundament der Apostel, und hier vor allen anderen auf dem Fundament des
Petrus (der auch als Apostelfürst bezeichnet wird, siehe
Papst-Titulatur) gegründet.
Die
Gründung der römischen Gemeinde geht der Tradition nach auf den Apostel
Paulus zurück, der als einer der ersten Apostel für die Mission
außerhalb des Judentums eintrat.
Als erstes vages Zeugnis für die
Existenz von Christen in Rom kann der Bericht des Tacitus angesehen
werden, der für die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41-54 n. chr.)
von einem Aufstand in den römischen Synagogen spricht, der "auf
Anstiftung eines gewissen Chrestos" stattfand. Die römischen Christen
waren hier noch innerhalb des Synagogen-Verbandes, von einer eigenen
Gemeinde kann hier noch nicht ganz gesprochen werden.
Bereits im
Jahre 64 n.chr. aber war die Zahl der Christen in Rom so angewachsen,
daß Kaiser Nero ihnen den Brand Roms zur Last legen konnte. Auch wenn
die Verfolgung lokal beschränkt war, vielen ihr einige Christen zum
Opfer. Zu den Märtyrern dieser Zeit werden der Tradition nach auch
Petrus, der erste "Bischof" von Rom, und der Apostel Paulus gerechnet
Auf
dem Grab des Petrus entstand dann später die Patriarchalbasillika St.
Petrus, heute besser bekannt unter dem Namen "Petersdom".
Erst
unter Kaiser Domitian (81-96) wurde das Christentum verboten, die
Verfolgungen waren teils sehr heftig, aber dennoch lokal beschränkt.
Vor allem unter den Kaisern Diokletian und Decius gab es große
Verfolgungswellen mit vielen Märtyrern.
Aber auch diese Verfolgungen
waren immer wieder durch lange Friedenszeiten unterbrochen, so daß die
Kirche sich langsam aber sicher weiterentwickeln konnte. Um etwa 200
hatte die Kirche im gesamten Reich eine gemeinsame Ämterstruktur
herausgebildet, an deren Spitze jeweils der Ortsbischof stand. Der
liturgische Kalender sowie der Ritus des Gottesdienst begannen, feste
Formen anzunehmen. Schon zu dieser Zeit sind erste Bestrebungen des
Bischofs von Rom zu erkennen, den Vorrang vor den anderen
Bischofssitzen auch in Fragen der Rechtssprechung zu erhalten, so etwa
bei Viktor I., der in der Frage des sogenannten "Osterfesttermins" ganz
Kleinasien wegen Häretischen Lehren exkommunizieren wollte, daran
jedoch am Widerstand gallischer Bischöfe unter Führung des Irenäus von
Lyon scheiterte.
Das Christentum drang allmählich in die oberen
Schichten vor: Am Ende des 2.Jhds gehören hohe römische
Regierungsbeamte der Kirche an.
Unter Kaiser Konstantin wurde das Christentum 313 Staatsreligion.
Der
Übergang von der Antike ins Mittelalter ist maßgeblich begründet durch
zwei Ereignisse: 1. Die Schließung der platonischen Akademie
durch Kaiser Justinian
2. Die Gründung des ersten
Benediktinerklosters auf dem Monte Cassino bei Neapel durch den hl.
Benedikt von Nursia, der als Begründer des katholischen Ordenswesens
gilt
Beides geschah im Jahr 529. Die Kombination beider
Ereignisse bedeutete in der Konsequenz, daß Bildung und
Intellektualität von der antiken Akademie in die Klöster verlagert
wurden. Durch den Niedergang des Reiches unter Kaiser Justinian
zerfielen auch die bisher gängigen Gesellschaftsstrukturen.
Dementsprechend
sind das 6.-10. Jhd. nur sehr wenig dokumentiert, und man spricht in
diesem Zusammenhang auch vom "dunklen Mittelalter"
Bekannt ist
jedoch, daß das Frankenreich in dieser Zeit zu einer großen Stütze der
Kirche wurde. Pippin III, der 751 König von Franken wurde, ließ sich
die Wahl von Papst Zacharias bestätigen, und somit wurde das Geschlecht
der Karolinger kirchlich legitimiert.
Papst Stephan II. bat den
Frankenkönig 754 um Schutz, und wandte sich von Byzanz ab. Grund
hierfür waren die Expansionsbestrebungen der Langobarden unter König
Aistulf, die viele Ländereien in Italien erobert hatten.
Pippin versprach
dem Papst, diese Ländereien dem Nachfolger Petri zu schenken. Diese
"Pippinische Schenkung" bildet die Grundlage des Kirchenstaates, aus
dem sich der heutige Vatikan entwickelte. Das Gebiet des Kirchenstaates
wuchs in den folgenden Jahrhunderten sprunghaft.
Die starken
theologischen, politischen und kulturellen Unterschiede zwischen Ost
und West führten im 9.-11. Jhd zu verschiedenen Schismen, bis dann im
morgenländischen Schisma von 1054 und der Plünderung von Konstantinopel
durch katholische Kreuzfahrer im Jahre 1204 die endgültige Trennung
stattfand.
Die Trennung geht daher ohne Frage einher mit dem Wachstum des
päpstlichen Einflusses auf politischer Ebene.
Am 12. Juli 1213 erkannte Friedrich II. in der sogenannten "Goldbulle
von Eger" den Kirchenstaat offiziell an.
Im 15.Jhd erreichte der Kirchenstaat unter Pippin II. seine größte
Ausdehnung.
Das
Mittelalter war wesentlich geprägt durch die christliche
Einheitskultur. Die nach dem Zerfall des römischen Reiches entstandenen
germanischen Reiche verstanden sich durchweg als christlich.
Kreuzzüge
und Inquisition können als Ausdruck dieser Einheitsbestrebungen gesehen
werden, und oft sind diese eher von Kaisern und Königen vorangetrieben
worden.
Das Mittelalter war wesentlich beeinflußt durch das
Machtegefüge zwischen König und Papst. Der Papst beanspruchte die
Oberhoheit in allen kirchlichen Fragen, und in diesen musste auch der
Kaiser sich beugen. Aus diesem Anspruch entwickelte sich im
12.
Jhd der sogenannte "Investiturstreit", da der Kaiser sich in die
Ernennung von Bischöfe einmischen zu können glaubte.
Geistesgeschichtlich
am bedeutendsten ist in dieser Zeit die sogenannte Scholastik, die nun
auch endlich den seit der Antike verlorenen Bildungshorizont aus
christlicher Perspektive einholte. Eine schleichende Entwicklung zur
Hochscholastik ist bereits seit dem 12. Jhd zu verzeichnen, als eine
erste Vorstufe kann hier der hl. Anselm von Canterbury gesehen werden.
Weitere
bedeutende Scholastiker sind unter anderem: hl.Albertus Magnus, Meister
Eckhart, hl. Thomas von Aquin, hl. Johannes Bonaventura, sel. Johannes
Duns Scotus und Wilhelm von Ockham.
Die in der Scholastik wieder
aufgeholte theologische Fundierung ermöglichte eine umfassende
Christianisierung der Bevölkerung, die sich in der gesamten Kultur
niederschlug. Zahlreiche Ordensgründungen, neue kirchliche Feiertage
und Frömmigkeitsformen enstanden.
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Liturgie
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Die
römisch-katholische Kirche umfasst
insgesamt 23 verschiedene Rituskirchen, von denen der lateinische Ritus
der größte und bedeutendste ist.
Der lateinische Ritus kennt grundsätzlich einen Ritus, der sich in zwei
verschiedene Formen für den Gottesdienst niederschlägt.
1. Die "forma extraordinaria" (außerodentlicher Ritus), oft auch als
"Tridentinischer Ritus" oder "gregorianischer Ritus" bezeichnet. Die Wurzeln dieses
Messritus gehen zurück bis ins 4. Jhd , die Liturgiesprache ist bis
heute Latein. Lesung und Evangelium werden heute aber zusätzlich meist
auch in der Landessprache vorgetragen. Einzig für das Kyrie wird die
griechische Sprache verwendet.
Der gregorianische Ritus kennt eine Reihe von Sonderformen, die sich in
den zahlreichen Ordensgemeinschaften und in einigen Bistümern bis heute
gehalten haben. Erwähnenswert sind hier der Dominikanische Ritus und
der Ambrosianische Ritus (der ausschließlich in der Diözese Mailiand
gefeiert wird). Die heute übliche Form des Tridentinischen Ritus wird
nach den Meßbüchern von 1962 gefeiert.
2. Der "Novus Ordo Missae" (der erneuerte römische Ritus), der heute in allen Teilen
der lateinischen Kirche der "ordentliche Ritus" ist. Seine Entstehung
geht auf das zweite Vatikanische Konzil und die Liturgiereform von 1969
zurück. Er kann sowohl in Latein als auch in der jeweiligen
Landessprache gehalten werden.
Diese Liturgie hat sich zwar aus der "außerordentlichen Form" entwickelt, es
gibt jedoch einige Unterschiede.
Im Tridentinischen Ritus existiert bspw. bis heute das Weiheamt des
Subdiakons, welches im Neuen Ritus durch die Beauftragung ersetzt
wurde.
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